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Fachkräftemangel als grösste Herausforderung?

  

Warum sprechen alle von Fachkräftemangel und nicht von fehlender Flexibilität!

Fachkräftemangel ist ein Begriff, denn ich immer wieder höre. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir momentan keinen Mangel an Fachkräften haben. Es ist aber klar, dass die Arbeitswelt einen Fachkräftemangel haben wird. Die Berufslehre ist bei der heutigen Generation nicht mehr so interessant wie früher.


Warum sprechen dann alle von einem Fachkräftemangel, wenn es keinen gibt?

Vielleicht muss man sich mit dem Thema Rekrutierung auseinandersetzen, damit man den Fachkräftemangel versteht. Stelle ausschreiben und abwarten funktioniert in gewissen Branchen einfach nicht mehr. Darum ist es einfacher von Fachkräftemangel zu sprechen, als neue Wege zu gehen. Skeptiker werden nun sagen, haben wir alles schon probiert (Social Media, Mitarbeiter werben Mitarbeiter etc.), aber es meldet sich trotzdem niemand bei uns. Ganz ehrlich, wenn ich gewisse Ausschreibungen lese, würde ich mich auch nicht bewerben.

Wann erhält die Ausschreibung mal eine Auffrischung? Warum kann man nicht die Anforderungen an die Bewerber knüpfen? Warum versucht man sich nicht mal an einem neuen Modell?

 

Zwei kleine Beispiele:

 

  • Bei einer Ausschreibung soll der Titel der Stelle stehen und das Aufgabengebiet. Der Kandidat soll in einem Schreiben darlegen, was es für Qualifikationen braucht, um diese Stelle auszuüben. Vielleicht öffnet dies den Horizont.
  • Als Arbeitgeber schreibt man die Voraussetzungen und die Arbeitstätigkeit und bittet den Kandidat reinzuschreiben, was er sonst noch machen könnte, neben den schon aufgeführten Tätigkeiten.

Fachkräfte gibt es, nur muss man letzteren etwas bieten und nicht erwarten, dass diese von selber zur Türe reinkommen und sich anbieten. Man muss sie abholen, begleiten und vor allem man die Anforderungen offener formulieren, denn sonst wird man jetzt und in Zukunft immer Schwierigkeiten haben einen geeigneten Kandidaten zu finden. Sind wir ehrlich: für die Stelle des Entwicklungsingenieurs wird es sicherlich keine Bewerbungen von Buchhaltern oder Sachbearbeitern regnen, darum kann man sicherlich die Anforderungen anders formulieren und nicht auf einen ETH Abschluss bestehen.

Für uns als Dienstleister ist dieser dargelegte Umstand ideal, denn wir gehen aktiv auf die Kandidaten zu und erreichen so die gesuchte Zielgruppe, demzufolge können wir unsere Kandidaten vermitteln, da wir die gesuchten Profile bei uns haben. Aber für Inhouse-Recruiter ist es unbefriedigend, denn man muss der Linie oder Geschäftsleitung mitteilen, dass sich niemand bewirbt und man darum Geld für einen Dienstleister ausgeben müsste.

 

Warum scheitert dann eine Rekrutierung, obschon die Fachkräfte vorhanden sind?

Die Vorstellung des Arbeitgebers und die Ansprüche des Kandidaten stimmen nicht immer überein. Die Vorstellung des Arbeitgebers ist ganz klar im Aufgabengebiet und in den Anforderungen dargelegt, aber auch das Menschliche muss passen. Die Ansprüche des Kandidaten gehen aber in eine andere Richtung. Die Fachkräfte, die die Arbeitgeber gerne anstellen würden, sind schon in einem Job und müssen darum nicht wechseln und wenn sie wechseln, dann zu ihren Konditionen.

Genau hier scheitert der ganze Prozess. Die Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg. Nur haben wir immer wieder gesehen, dass sich keine der beiden Parteien bewegen will, sondern an dem festhält, was für sie der ursprüngliche Plan war.

Ich sage auf keinen Fall, dass der Arbeitgeber zum Bittsteller wird, aber der Arbeitnehmer ist in gewissen Branchen schon lange nicht mehr der Bittsteller, darum muss man einen gemeinsamen Weg finden. Das Wichtigste liegt ja schon vor. Beide können sich den gemeinsamen Weg vorstellen, darum braucht es auf beiden Seiten Bewegung, damit man sich findet. Wir haben dies früher beim Lohn immer wieder gemacht, warum können wir dies neu nicht auch beim Aufgabengebiet resp. den Anforderungen machen.

 

Wir benötigen flexible Mitarbeiter, aber wir brauchen auch flexible Arbeitgeber.

 

Autor: Kushtrim Arifi